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	<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 10:22:26 +0000</pubDate>
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		<title>Vor lauter Ostereiern den Wald nicht sehen?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 09:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur &#8220;Auferstehungsfeier&#8221; von Hazy Osterwald
Hazy Osterwald ist ein Platz im Musikhimmel gewiss. Unsterblich ist der legendäre Entertainer durchaus, weniger dank göttlichem Wunder, sondern aufgrund seines Schaffens. Und dank der Spuren, die er hinterlässt, im Showbusiness und in der Erinnerung seiner Lieben. Die &#8220;Auferstehungsfeier&#8221;, die er sich statt einer Trauerfeier gewünscht hat, passt  thematisch perfekt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zur &#8220;Auferstehungsfeier&#8221; von Hazy Osterwald</em></p>
<p>Hazy Osterwald ist ein Platz im Musikhimmel gewiss. Unsterblich ist der legendäre Entertainer durchaus, weniger dank göttlichem Wunder, sondern aufgrund seines Schaffens. Und dank der Spuren, die er hinterlässt, im Showbusiness und in der Erinnerung seiner Lieben. Die &#8220;Auferstehungsfeier&#8221;, die er sich statt einer Trauerfeier gewünscht hat, passt  thematisch perfekt in die Jahreszeit. Freuen wir uns doch alle, ungeachtet irgendwelcher konfessionellen Zugehörigkeiten, über das Wiedererwachen der Natur, wärmen uns an den lebensspendenden Sonnenstrahlen. Pünktlich zur Karwoche werden unsere Welterklärer ihrerseits jeweils von einem kollektiven religiösen Taumel erfasst. Während Kinder landauf landab bunte Eier naschen, wir uns Schokohasen schenken (beides uralte heidnische Fruchtbarkeitssymbole!), wird rundum unverdrossen dem Jesusmythos gehuldigt. Man mahnt zu Demut und Busse, erinnert an Ursünde, Kreuzigung und Sühneopfer -  wo doch selbst Theologen sich uneins sind über Entstehung und Bedeutung des Auferstehungsglaubens. Selten klaffen offizielles Zeremoniell und persönliches Erleben krasser auseinander als zu Ostern.</p>
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		<title>Christliche Symbole unter Heimatschutz?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 09:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Parlamentarischen Initiative Ida Glanzmann
Die Initiative Glanzmann nimmt die Kritik der Freidenker an den Kruzifixen in der öffentlichen Schule zum Anlass für die Forderung, die Symbole der christlich-abendländischen Tradition per Verfassung schützen zu lassen. Das ist absurd. Jene Werte, die den Westen heute prägen – Menschenrechte, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Selbstbestimmung –, wurden von den herrschenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zur Parlamentarischen Initiative Ida Glanzmann</em></p>
<p><span>Die Initiative Glanzmann nimmt die Kritik der Freidenker an den Kruzifixen in der öffentlichen Schule zum Anlass für die Forderung, die Symbole der christlich-abendländischen Tradition per Verfassung schützen zu lassen. Das ist absurd. Jene Werte, die den Westen heute prägen – Menschenrechte, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Selbstbestimmung –, wurden von den herrschenden Kirchen nicht gefördert, sondern mussten gegen ihren Widerstand und oft blutig erkämpft werden!</span></p>
<p>Unsere Forderungen stützen sich auf das Bundesgerichtsurteil von 1990, wonach Kruzifixe in der Primarschule die Neutralitätspflicht des Staates verletzen. Wir wollen damit keine persönlichen Überzeugungen angreifen, Meinungsfreiheit ist uns ein zentrales Anliegen. Vielmehr möchten wir Religion als Privatangelegenheit verstanden haben. Es geht um die Durchsetzung der allseits beschworenen Trennung von Kirche und Staat als Voraussetzung des friedlichen Zusammenlebens in einer immer durchmischteren Gesellschaft. Solange Kruzifixe in Gerichten, Schulen, Spitälern und anderen staatlichen Einrichtungen hängen, ist sie im Alltag nicht realisiert.</p>
<p>Die Kreise um Frau Glanzmann wollen ein Stück «Heimat» verteidigen, nicht zuletzt gegen den als bedrohlich empfundenen Islam. Das Kreuz soll Halt geben in einer sich rasant verändernden Welt. Dabei geht der Trend in Europa eindeutig in die entgegengesetzte Richtung, die Menschen distanzieren sich zusehends von der Kirche. Verharren im Dogma, wie es im neusten Hirtenbrief von Bischof Huonder zutage tritt, wird die Säkularisierung kaum aufhalten, im Gegenteil. Christliche Symbole sind nicht nur kulturelles Dekor, sie spiegeln auch das Gastrecht, das der katholischen und der reformierten Religionslehre (vielleicht bald auch weiteren?) in unseren Klassenzimmern unhinterfragt eingeräumt wird. Dass nun unser Einsatz für eine neutrale Schule als Nötigung empfunden wird, zeugt von einem verkehrten Toleranzbegriff: Minderheiten bedürfen des Schutzes – Frau Glanzmann fordert hingegen die Diktatur der (noch) konfessionellen Mehrheit.</p>
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		<title>Gegen eine Bevormundung in der Sterbehilfe</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Leserbrief in der N.Luzerner Zeitung, 25.6.2010

Die heutige, pragmatische Regelung der Freitodhilfe gemäss § 115 StGB  geniesst einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Das Bundesgericht  hat am 3. November 2006 ausdrücklich erklärt, das Recht eines Menschen,  selber zu entscheiden, wann und wie er sterben wolle, sei Bestandteil  des Selbstbestimmungsrechts im Sinne von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Leserbrief in der N.Luzerner Zeitung, 25.6.2010<br />
</em></p>
<p>Die heutige, pragmatische Regelung der Freitodhilfe gemäss § 115 StGB  geniesst einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Das Bundesgericht  hat am 3. November 2006 ausdrücklich erklärt, das Recht eines Menschen,  selber zu entscheiden, wann und wie er sterben wolle, sei Bestandteil  des Selbstbestimmungsrechts im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 der  Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Bundesrat will nun eine  bewährte Schweizer Praxis unterbinden, um den so genannten  Sterbetourismus aus dem Ausland zu bekämpfen. Tatsächlich aber werden  damit die eigenen Bürger auf willkürliche und kaum nachvollziehbare  Weise bevormundet. Soll der Staat urteilen, welche Menschen ihr Recht  auf selbstbestimmtes Sterben beanspruchen dürfen und welche unter allen  Umständen weiterzuleben haben? Zudem werden den Betroffenen unnötige  Schikanen auferlegt. Im schlimmsten Fall sollen die existierenden  Organisationen, und damit eine über Jahrzehnte gewachsene  Selbsthilfe-Bewegung, gar ganz verboten werden.</p>
<p>Die Vorlagen sind rückständig und verantwortungslos, drängen sie die  Suizidwilligen doch faktisch auf den Weg des Selbstmordes, der in der  Regel mit Gewalt und grossem Leid für die Beteiligten und auch Dritte  verbunden ist. Die Palliativmedizin soll weiterentwickelt und bei der  Sterbebegleitung als Option, nicht jedoch als Zwang, angeboten werden.  Der Bundesrat will hier das Rad zurückdrehen, während der Trend in  anderen europäischen Ländern eindeutig in Richtung Liberalisierung  zeigt.</p>
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		<title>Was soll, was kann die Theologie?</title>
		<link>http://www.denkarth.ch/2010/08/18/was-soll-was-kann-die-theologie/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieso die Theologie keine Antworten auf die heute wesentlichen Fragen bietet. Neue Luzerner Zeitung
Zu den Leserbriefen «Unsere Gesellschaft braucht das Fach Theologie», Ausgabe vom 4. August.
Theologie beschäftigt sich mit den so genannten «letzten»  Fragen. Woher, wohin, warum? Schon Ludwig Wittgenstein mahnte: «Worüber  man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen.» Gott, alles  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wieso die Theologie keine Antworten auf die heute wesentlichen Fragen bietet. Neue Luzerner Zeitung</em></p>
<div class="box_text_lead">Zu den Leserbriefen «Unsere Gesellschaft braucht das Fach Theologie», Ausgabe vom 4. August.</div>
<p>Theologie beschäftigt sich mit den so genannten «letzten»  Fragen. Woher, wohin, warum? Schon Ludwig Wittgenstein mahnte: «Worüber  man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen.» Gott, alles  Übersinnliche, das Jenseits gehören dazu.</p>
<p>Aber sind es nicht die «vorletzten» Fragen, über die wir uns vertieft  Gedanken machen sollen, entscheiden sie doch über Gelingen oder  Scheitern eines Menschenlebens? Jene nach der richtigen Berufswahl, den  wahren Freunden, dem Glück in Partnerschaft und Familie, unserem Platz  auf dieser Welt? Fortschritt ist meist technikgetrieben. Wo wären wir  ohne die Erfindung des Rades, des Buchdruckes, die Errungenschaften der  Medizin? Während die einen uns den Himmel verheissen, erobern ihn  Astrophysiker Stück um Stück.</p>
<p>Religion ist ein vielfältiges kulturelles Phänomen. Als solches soll  sie erforscht werden, innerhalb der Geschichte, Kunst und Literatur.  Widersinnig mutet es hingegen an, dass das Institut für Sozialethik in  Luzern bei der Theologie angesiedelt ist. Dabei befasst diese sich, ganz  «praktische Philosophie», mit dem menschlichen Handeln, den Bedingungen  für ein gutes Zusammen-Leben. Je bunt gemischter die Gesellschaft,  desto wichtiger werden begründbare Werte und Regeln, die sich auf  vernünftige und vor allem testbare Aussagen stützen. Die Theologie ist  dazu denkbar ungeeignet.</p>
<p>Wir werden in ein gleichgültiges Universum hineingeboren. Es liegt an  uns, für das Wohlergehen auch kommender Generationen zu sorgen. Zum  Beispiel durch kluge bildungspolitische Weichenstellungen wie die  kürzlich geforderte Abschaffung der Theologischen Fakultät an der  Universität Luzern zu Gunsten einer Gesundheitsfakultät. Ein solcher  Schritt ist angesichts der schwachen Studierendenzahlen und der  sinkenden Bedeutung des Faches für die Wissensgesellschaft längst  überfällig. Erfreulicherweise wird das Ansinnen von den Parteien  mehrheitlich mitgetragen.</p>
<p>Öffentliche Gelder müssen in Bereiche fliessen, wo sie für möglichst  breite Bevölkerungskreise von Nutzen sind. Die Beschäftigung mit  jahrtausendealten Mythen zählt definitiv nicht dazu. Weder Bibel, Koran  noch Veden, kein Horoskop oder «Medium» werden uns Lösungen für die  Probleme der Zukunft liefern. Und falls es ein «Urprinzip» tatsächlich  gibt, werden es die Physiker am Cern wohl eher im «Gott-Teilchen» finden  als die Theologen in den Schriftrollen vom Toten Meer.</p>
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		<title>Konfessionslose Kinder sollen &#8220;Soli&#8221; bezahlen</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Leserbrief in der Neuen Zuger Zeitung zum Beschluss, konfessionslose Kinder künftig für den Besuch des reformierten Religionsunterrichts bezahlen zu lassen.
Die Landeskirchen streichen gerne ihre  Gemeinnützigkeit hervor, wenn es um die Verteidigung ihrer angestammten  Privilegien geht. Es mag erstaunen, dass konfessionslose Eltern ihre Kinder in derart grosser Zahl in den reformierten Religionsunterricht  schicken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span class="m-black">Leserbrief in der Neuen Zuger Zeitung zum Beschluss, konfessionslose Kinder künftig für den Besuch des reformierten Religionsunterrichts bezahlen zu lassen.</span></em></p>
<p><span class="m-black">Die Landeskirchen streichen gerne ihre  Gemeinnützigkeit hervor, wenn es um die Verteidigung ihrer angestammten  Privilegien geht. Es mag erstaunen, dass konfessionslose Eltern ihre Kinder in derart grosser Zahl in den reformierten Religionsunterricht  schicken, dass ihnen nun ein Solidaritätsbeitrag verrechnet werden muss: Im Kanton Zug lebten im Jahr 2000 offiziell 10 Prozent  Konfessionslose, in der Stadt Zug waren es 2004 gar 14 Prozent, heute  dürften es noch mehr sein. Aber: Im Kanton Zug bezahlen nicht nur  natürliche, sondern auch juristische Personen, also Firmen, Steuern an  die Landeskirchen, unabhängig davon, welcher Glaubensrichtung Inhaber,  Angestellte und Besitzer angehören.</span></p>
<p><strong>Keine Zaungäste</strong><br />
Gemäss Statistik betrug ihr Anteil bereits 2003 rund 40 Prozent am  gesamten Kirchensteuerertrag. Zudem sponsert die Allgemeinheit die  Institution Kirche durch gewichtige Steuerbefreiungen, Zuschüsse an  Gebäudesanierungen, Kostenbeteiligungen bei Veranstaltungen etc. Das  Argument, Konfessionslose profitierten von Dienstleistungen, die sie  nicht mitfinanzierten, ist daher schlicht nicht statthaft. Das Problem  der Zaungäste im reformierten Religionsunterricht könnte sich ab 2012/13  entschärfen: Bis dann soll in allen Primarklassen des Kantons das neue  obligatorische Fach Ethik und Religion eingeführt sein. Es bleibt zu  hoffen, dass der Stoff der vielfältigen, zunehmend säkular geprägten  Erfahrungswelt der Kinder Rechnung trägt und die weltanschauliche  Neutralität der öffentlichen Schule gewahrt wird.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Religionsfreiheit - das höchste Gut?</title>
		<link>http://www.denkarth.ch/2010/08/18/religionsfreiheit-das-hochste-gut/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:06:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Religionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Vorstössen für ein Burka-Verbot

Zwar besteht in einer offenen Gesellschaft ein allgemeines Interesse an der Identifizierbarkeit des Gegenübers. Aber es ist höchst fraglich, ob die wenigen verhüllten Musliminnen hierzulande ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen. Es befremdet indessen sehr, dass in der momentanen Debatte die Religionsfreiheit zusehends zum höchsten Freiheitsrecht erhoben wird, und dies sogar seitens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zu den Vorstössen für ein Burka-Verbot<br />
</em></p>
<p>Zwar besteht in einer offenen Gesellschaft ein allgemeines Interesse an der Identifizierbarkeit des Gegenübers. Aber es ist höchst fraglich, ob die wenigen verhüllten Musliminnen hierzulande ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen. Es befremdet indessen sehr, dass in der momentanen Debatte die Religionsfreiheit zusehends zum höchsten Freiheitsrecht erhoben wird, und dies sogar seitens eingefleischter Atheisten. Sollen kulturelle Sitten unter Berufung auf die Kultusfreiheit also auf ewig und vorbehaltlos geschützt werden? Der Gesetzgeber bewahrt den Bürger schliesslich auch anderswo vor Selbstbeschränkung und -schädigung: vor Knebelverträgen, vor der Einwilligung in die Verstümmelung.</p>
<p>Der Staat kann und soll der Religionsausübung dort klare Grenzen setzen, wo übergeordnete Rechte tangiert werden: das Recht auf freie Entfaltung, die Gleichstellung von Mann und Frau. Zudem gibt es Expertenstimmen, die dem Gesichtsschleier die Legitimation durch die Schriften absprechen. Im letzten November hatte Grossscheich Tantawi, die höchste theologische Autorität im sunnitischen Islam, das Tragen des Niqab an der Kairoer Uni kurzerhand verboten. Diese Traditionen hätten mit der wahren Lehre nichts zu tun. Im multikonfessionellen Europa mehren sich sogar unter Gläubigen die Verfechter einer strikten Trennung von Kirche und Staat. Zum Beispiel die neue Integrations-Ministerin Niedersachsens, Aygül Özk: kaum gewählt plädierte sie gegen Kruzifixe und Kopftücher an staatlichen Schulen und zog so den &#8220;heiligen&#8221; Zorn der christlichen Führungsriege des Bundeslandes auf sich. So ein klares Bekenntnis zur Säkularisierung ging selbst ihrem Ziehvater Wulff zu weit, der sich umgehend für den Verbleib der Kreuze in der Öffentlichkeit aussprach.</p>
<p>PS: Bleibt zu erwähnen, dass die türkischstämmige Muslima den Amtseid auf &#8220;Gott&#8221; leistete. Falls ihr viele Glaubensbrüder und -schwestern in die Partei nachfolgen, könnte sich dereinst ein Namenswechsel von CDU in C&amp;A aufdrängen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jesus hängt jetzt im Flur</title>
		<link>http://www.denkarth.ch/2010/02/08/jesus-hangt-jetzt-im-flur/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 13:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das Tessin im Glaubensstreit

Anfangs Februar beschloss der Gemeinderat von Cadro, einem beschaulichen Ort nahe Lugano, dass das Symbol der Christenheit in die Volksschule gehört.  Nicht in die Klassenzimmer, aber zumindest in den Korridor. Diese Präzisierung ist deshalb von Bedeutung, weil damit der Bundesgerichtsentscheid vom 27.9.1990 (BGE 116 IA 252) umgangen, bzw. frei interpretiert wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 10]><br />
<mce:style><!   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;} --></p>
<p><!--[endif]--><em><span style="font-size: 14pt;">Das Tessin im Glaubensstreit<br />
</span></em></p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Anfangs Februar beschloss der Gemeinderat von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cadro">Cadro</a>, einem beschaulichen Ort nahe Lugano, dass das Symbol der Christenheit in die Volksschule gehört. <span> </span>Nicht in die Klassenzimmer, aber zumindest in den Korridor. Diese Präzisierung ist deshalb von Bedeutung, weil damit der Bundesgerichtsentscheid vom 27.9.1990 <a href="http://www.bger.ch/index/juridiction/jurisdiction-inherit-template/jurisdiction-recht/jurisdiction-recht-leitentscheide1954-direct.htm">(BGE 116 IA 252)</a> umgangen, bzw. frei interpretiert wird. Darin wurde letztinstanzlich entschieden, dass das Kruzifix das Prinzip der konfessionellen Neutralität der öffentlichen Schule verletze. </span></p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Vom Korridor sei da aber nicht die Rede, befand die Dorfregierung einhellig. <span> </span>Wie jetzt bekannt wurde, sollen Kirchenvertreter zuvor angekündigt haben, mit einer Unterschriftensammlung für die Rückkehr des Kreuzes in die Schule Druck von unten aufbauen zu wollen. Wollte die Exekutive dem „Volksbegehren“ vorgreifen? Die Verantwortlichen erklären, die Entscheidung sei nach gründlicher Prüfung gefallen – pikanterweise waren weder Eltern noch Lehrkörper darüber informiert. </span></p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Die Reaktionen haben nicht auf sich warten lassen. Viel Zustimmung sei in der Bevölkerung auszumachen, berichteten die <a href="http://www.gdp.ch/articolo.php?id=899">Lokalmedien</a>. Es tobe ein Krieg unter Christen, titelte <a href="http://www.tio.ch/aa_pagine_comuni/articolo_interna.asp?idarticolo=527664&amp;idsezione=1&amp;idsito=1&amp;idtipo=3">Ticino online</a> etwas reisserisch, ganz im Gegensatz zu den Muslimen, die absolut keine Mühe mit dem Kreuz bekunden. Im Interview meinte der Imam Sheikh Samir Jelassi Radouan gar, die Kontroverse sei Ausdruck einer gewissen „Brüchigkeit der modernen Gesellschaft“ und er möchte die Eltern der betroffenen Schüler demokratisch darüber abstimmen lassen. Eine Ablehnung des Kreuzes wäre ein „Zeichen der Schwäche“,<span> </span>so der Imam, der mehr Respekt für die islamische Kultur<span> </span>anmahnt und gleichzeitig die christlichen Wurzeln des Tessins beschwört. </span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: 14pt;">Cadro zum Zweiten</span></span></p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Als offene Provokation bezeichnen die Freidenker Tessin den Vorfall, als Kniefall der Gemeinde vor der Geistlichkeit. Für Roberto Spielhofer, Präsident der regionalen FVS-Sektion, sind Timing und Wahl des „Tatortes“ <span> </span>kein Zufall. Schliesslich geht das Bundesgerichtsurteil auf die Klage eines Lehrers von Cadro zurück. In einem <a href=" http://www.freidenker.ch/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=787&amp;Itemid=218">Statement</a> warnen die Freidenker vor den neuen<span> </span>Einmischungsversuchen religiöser Gruppierungen, wie sie sich zum Beispiel im Vorstoss, die Kosten des Schwangerschaftsabbruches zu privatisieren zeigen; oder in der geplanten, restriktiven Neureglementierung der liberalen Sterbehilfepraxis in der Schweiz, womit ein wesentliches Selbstbestimmungsrecht beschnitten würde. </span></p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Die Massnahme habe eine Flut von irritierten Mails an die Gemeindekanzlei ausgelöst. Darunter finde sich die Beschwerde eines Betroffenen, der die zuständigen Stellen unter Androhung rechtlicher Schritte<span> </span>auffordere, das „Corpus Delicti“ umgehend zu entfernen. Die dornige Angelegenheit wird die Behörden weiter beschäftigen, auch auf europäischer Ebene. Erst kürzlich hat Italien gegen den Kruzifix-Entscheid des EGMR Rekurs eingelegt. </span></p>
<p>Links:</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Oriana now and then</title>
		<link>http://www.denkarth.ch/2010/01/13/oriana-now-and-then/</link>
		<comments>http://www.denkarth.ch/2010/01/13/oriana-now-and-then/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 07:39:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.denkarth.ch/?p=733</guid>
		<description><![CDATA[During the last months I was often reminded of one of the icons of my youth: Oriana Fallaci. The first of her books I read was the bestselling &#8220;Lettera a un bambino mai nato&#8221;, an emotional and intimate conversation of a woman with her unborn child, facing a pregnancy she hasn&#8217;t sought.
After that, &#8220;Interview with [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>During the last months I was often reminded of one of the icons of my youth: Oriana Fallaci. The first of her books I read was the bestselling &#8220;Lettera a un bambino mai nato&#8221;, an emotional and intimate conversation of a woman with her unborn child, facing a pregnancy she hasn&#8217;t sought.</p>
<p>After that, &#8220;Interview with history&#8221; shed a revealing, at times quite unflattering light on some of the world&#8217;s most famous and/or controversial political figures. One that stuck was her legendary encounter with Ayatollah Khomeini after the triumph of the islamic revolution in 1979. When I saw the picture of Swiss foreign minister Micheline Calmy-Ray wearing a white chador at a recent meeting with M. Ahmedinejad I recalled Oriana&#8217;s &#8220;blasphemous&#8221; gesture 30 years earlier, when she tore off what she called a &#8220;medieval rag&#8221;, challenging the spiritual ruler of Teheran with her passion and unyielding honesty. The Imam furiously interrupted the interview, only to resume it 1,2 days later. These two images highlight the difference in stance which has occurred over the last decades towards the arrogance of theocratic power.</p>
<p>The interview is particularly interesting these days, with the Iranian people struggling once again for democracy and freedom, and it has lost none of its candid boldness:</p>
<p><a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this), &quot;be2f514b94f9df25046b34c49519c753&quot;, event)" rel="nofollow" href="http://www.oriana-fallaci.com/khomeini/intervista.html" target="_blank"><span>http://www.oriana-fallaci.</span><span>com/khomeini/intervista.ht</span>ml</a> (in Italian)</p>
<p><a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this), &quot;be2f514b94f9df25046b34c49519c753&quot;, event)" rel="nofollow" href="http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,947512-2,00.html" target="_blank"><span>http://www.time.com/time/m</span><span>agazine/article/0,9171,947</span>512-2,00.html</a></p>
<p>The overtly anti-islamic pamphlets the famed journalist published after 9/11 were harshly criticized in her native Italy and she even faced legal actions by muslim representatives. She refused to appear in Court not because she was afraid of being convicted of defamation but because she knew her temper would make her say things that would most certainly send her to jail for years, as she put it.</p>
<p>Here&#8217;s a long portrait by M. Talbot that appeared in &#8220;The New Yorker&#8221; in 2006:<br />
<a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this), &quot;be2f514b94f9df25046b34c49519c753&quot;, event)" rel="nofollow" href="http://www.newyorker.com/archive/2006/06/05/060605fa_fact?currentPage=all" target="_blank"><span>http://www.newyorker.com/a</span><span>rchive/2006/06/05/060605fa</span>_fact?currentPage=all</a></p>
<p>And finally a eulogy by Ch. Hitchens after her death from cancer later that year:<br />
<a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this), &quot;be2f514b94f9df25046b34c49519c753&quot;, event)" rel="nofollow" href="http://www.vanityfair.com/politics/features/2006/12/hitchens200612" target="_blank"><span>http://www.vanityfair.com/</span><span>politics/features/2006/12/</span>hitchens200612</a></p>
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		<title>Bildersturm in Seldwyla</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 10:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gedankensplitter zum Plakat-Streit, der im gestrigen Club auf SF1 debattiert wurde. Als Ignostikerin habe ich ja absolut kein Problem mit einem persönlichen “Glauben”, denn dieser stimmt für den Einzelnen und wird der Allgemeinheit in der Regel kaum Zugeständnisse abverlangen. Anders ist es mit dem personifizierten Gott, der sich alle paar Aeonen &#8220;offenbart&#8221; und seinen Auserwählten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gedankensplitter zum Plakat-Streit, der im gestrigen Club auf SF1 debattiert wurde. Als Ignostikerin habe ich ja absolut kein Problem mit einem persönlichen “Glauben”, denn dieser stimmt für den Einzelnen und wird der Allgemeinheit in der Regel kaum Zugeständnisse abverlangen. Anders ist es mit dem personifizierten Gott, der sich alle paar Aeonen &#8220;offenbart&#8221; und seinen Auserwählten sehr  genaue Vorgaben macht, wie die gesamte Menschheit sich unter Strafandrohung zu verhalten habe. DAMIT fangen die konkreten Probleme an, weil ein solcher Gottesbegriff Hand in Hand mit Missionierung und Einmischung ins politische Geschehen geht. </p>
<p>Ich empfinde es an der Grenze zur Peinlichkeit, wenn man den Leuten Mikrophone unter die Nase rammt und sie verhört: &#8220;Woran glauben Sie denn, Miss und Mister Schweiz?&#8221;, denn hier geht es um eine dermassen intime Frage, dass ihre marktschreierische Erörterung fast &#8220;pornographisch&#8221; anmutet. Umgekehrt drücken sich Interviewer beharrlich davor, den landläufigen, &#8220;öffentlichen&#8221; Glauben zu hinterfragen und deren Vertreter in den Schwitzkasten zu nehmen.</p>
<p><strong>Die Botschafter des Zweifels</strong><br />
So fiel im Club ein Nebensatz, der mich aufhorchen liess aber von den Talkgästen geflissentlich ingnoriert wurde: Der reformierte Pfarrer von Oberägeri hat offiziell bekundet, dass er das Verbot der Plakate missbilligt. Er teilt den Zweifel, den unsere Botschaft im oft kritisierten &#8220;wahrscheinlich&#8221; in den Raum stellt. So gibt er unumwunden zu, dass auch er nicht wissen könne, ob es den Herrgott gäbe. Nur, dank seinem “Glauben” - der keiner Evidenz bedürfe - vertraue er darauf und wolle dafür einstehen, dass die Kirchen weiter ein Bollwerk sind gegen eine Entwicklung, die ihm Sorge bereitet: Die Privatisierung der Religion.  Wobei ich eher vermute, dass ihm der Gedanke widerstrebt, die Bürger könnten nicht ihren inneren, privaten Glauben sondern die Institution Kirche hinterfragen. Was, wenn eine Mehrheit entschiede, überholte “Solidaritätswerke” jenen zu überlassen, auch finanziell und organisatorisch, die sie für gut befinden und sie nicht weiter künstlich aufrechtzuerhalten? </p>
<p>Ich deute seine Worte so: die meisten Würdenträger – vor allem die intellektuell Redlichen – sind eigentlich verkappte Agnostiker, sie &#8220;fühlen&#8221; den Zweifel, &#8220;leben&#8221; aber den Glauben. Dem Volk muten sie diesen geistigen Spagat nicht zu und beharren darauf, dass ihre Schäfchen am Heiland, dem Christkind und dem Rest der Folklore festhalten. Manch einer glaubt aber auch schlicht aus Opportunismus (s. Pascals Wette). Damit jene, die ihren Agnostizismus ehrlich bekennen und praktizieren nicht die Oberhand gewinnen und den nackten Kaiser als solchen entlarven, verbreiten die Glaubenshüter wacker Unwissen, Vorurteile, und im Falle des Freikirchlers  Verunglimpfungen und Höllenversprechen gegen Andersdenkende. </p>
<p><strong>Schön, haben wir darüber gesprochen?</strong><br />
Bei Röbi Koller wurde langatmig über den Wortlaut der Kampagne gestritten, womit die Kernanliegen der FVS einmal mehr im lauten Umgebungsrauschen untergingen. Auch im Club wurde aus der anfänglichen griffigen Grundsatz-Diskussion (Meinungs- und Gewissensfreiheit, Klerkalismus) eine anekdotische Spurensuche, Nahtod-Erlebnis inklusive. Und dennoch muss unbedingt breit über Laizität, d.h. die Neutralität des Staates diskutiert werden. Der geläuterte &#8220;Despot&#8221; aus St. Gallen, FDP-Stadtrat F. Brunner, der seinerzeit ein weitaus harmloseres Plakätchen auf den städtischen Bussen verboten hatte scheint mir da typisch. Durch Konditionierung wird Kritik an den “christlichen Werten” des Abendlandes reflexartig abgelehnt. Bei genauerer Betrachtung aber plötzlich zu einem persönlich wie auch politisch ungemein interessanten und wichtigen Denkanstoss.</p>
<p>Auf Hugo Stamms Tagesanzeiger-Blog meinte einer, es gäbe wichtigere Probleme als die Trennung von Kirche und Staat. ZBsp. die Wirtschaftskrise. Ist es verwunderlich, dass auch die Diskussion darüber religiös-verbrämt geführt wird? Sie sei das Produkt von Habsucht und Masslosigkeit  - pikanterweise Varianten der Todsünden Geiz und Völlerei. Sie liefert uns jedoch auch eine inhaltliche Steilvorlage: wieso sollen bernische Kirchenleute faktisch als Staatsdiener besoldet werden, während andere Berufsgruppen sich dem Markt mit seinen unerbittlichen Regeln unterwerfen müssen? Wieso sollen Firmen Einrichtungen mitfinanzieren, die weder &#8220;systemrelevant&#8221; sind noch irgendwann von ihnen beansprucht werden könnten? Die öffentliche Religionskritk stellt den Bürger vor die Grundsatzfrage: wieviel Freiheit und Macht über sich ist er bereit abzugeben, an den Bundesrat oder den Dorfpfarrer, den Nachbarn oder die UNO,  und wie legitimieren diese ihre Ansprüche?</p>
<p>PS: Eben ist das Anti-Minarett-Plakat von der Rassismuskommission scharf kritisiert worden. Solche Nebenwirkungen der auch hierzulande zelebrierten Political Correctness erinnert an den geschichtlichen &#8220;Bildersturm&#8221;. Wer befindet darüber, welche &#8220;Wahrheiten&#8221;, bzw. wieviele &#8220;Wirklichkeiten&#8221; oder Interpretationen davon, der Bevölkerung zugemutet werden können? Verdichten sich solche Tendenzen gar zum Orwellschen Albtraum mit &#8220;Wahrheitsministerium&#8221;, &#8220;Neusprech&#8221;, &#8220;Thought crime&#8221;? Bereits lassen wir  Plakatsujets beim leisesten Verdacht auf ein potentielles “Aergernis” von selbsterannnten Experten absegnen  - ein weiterer Versuch, das Volk unter wechselnden Vorwänden zu bevormunden?</p>
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		<title>Wenn Emotionen regieren</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 10:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GTA</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Antwort im Namen der FVS-Zentralschweiz auf das Aushang-Verbot des Zuger Stadtrates
Das Recht der freien Rede ist ein Grundpfeiler der modernen Demokratie. Meinungen sind durch Argumente zu untermauern. Auch Gott ist letztlich nur eine Meinung, ein &#8220;unsterbliches Gerücht&#8221;. Wie wir periodisch unseren Kleiderschrank ausmisten, tut es Not, Überzeugungen von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen. Viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Antwort im Namen der FVS-Zentralschweiz auf das Aushang-Verbot des Zuger Stadtrates</p>
<p>Das Recht der freien Rede ist ein Grundpfeiler der modernen Demokratie. Meinungen sind durch Argumente zu untermauern. Auch Gott ist letztlich nur eine Meinung, ein &#8220;unsterbliches Gerücht&#8221;. Wie wir periodisch unseren Kleiderschrank ausmisten, tut es Not, Überzeugungen von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen. Viele Glaubensinhalte sind überholt, abgewetzt oder unnütz geworden, manche behindern uns und unsere Gesellschaft am Fortschritt.<br />
Die gegensätzlichen Reaktionen in Behörden, die wenige Kilometer voneinander entfernt operieren, zeigen, dass das Verbot willkürlich und fast ausschliesslich durch persönliche Emotionen geprägt ist. Von Volksvertretern erwarten wir ausgewogene Entscheidungen, die einer vielfältigen, nicht nur katholischen Bevölkerung Rechnung tragen. Das Plakat ist eine Antwort auf die dogmatischen Bibelsprüche, die seit Jahren flächendeckend aushängen und unbesehen bewilligt werden. Der Zensurversuch des Stadtrates ist bevormundend und grenzt an Amtsanmassung. Es ist verheerend, wenn Gefühle, religiöse oder sonstige Befindlichkeiten zur politischen Kategorie erklärt werden.<br />
Vor allem aber sollen Ansichten gleichberechtigt aufeinander treffen können und einem offenen Wettstreit ausgesetzt sein. Religionen verdienen keinen Sonderstatus. Der Staat ist zur grösstmöglichen Neutralität verpflichtet. Am Plakat-Entscheid wird sich weisen, was die Regierung unter Toleranz und Fairness versteht. Darf hier gar nur geäussert werden, was der Obrigkeit gefällt?</p>
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