Denkarth

Gegen eine Bevormundung in der Sterbehilfe

Leserbrief in der N.Luzerner Zeitung, 25.6.2010

Die heutige, pragmatische Regelung der Freitodhilfe gemäss § 115 StGB geniesst einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Das Bundesgericht hat am 3. November 2006 ausdrücklich erklärt, das Recht eines Menschen, selber zu entscheiden, wann und wie er sterben wolle, sei Bestandteil des Selbstbestimmungsrechts im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Bundesrat will nun eine bewährte Schweizer Praxis unterbinden, um den so genannten Sterbetourismus aus dem Ausland zu bekämpfen. Tatsächlich aber werden damit die eigenen Bürger auf willkürliche und kaum nachvollziehbare Weise bevormundet. Soll der Staat urteilen, welche Menschen ihr Recht auf selbstbestimmtes Sterben beanspruchen dürfen und welche unter allen Umständen weiterzuleben haben? Zudem werden den Betroffenen unnötige Schikanen auferlegt. Im schlimmsten Fall sollen die existierenden Organisationen, und damit eine über Jahrzehnte gewachsene Selbsthilfe-Bewegung, gar ganz verboten werden.

Die Vorlagen sind rückständig und verantwortungslos, drängen sie die Suizidwilligen doch faktisch auf den Weg des Selbstmordes, der in der Regel mit Gewalt und grossem Leid für die Beteiligten und auch Dritte verbunden ist. Die Palliativmedizin soll weiterentwickelt und bei der Sterbebegleitung als Option, nicht jedoch als Zwang, angeboten werden. Der Bundesrat will hier das Rad zurückdrehen, während der Trend in anderen europäischen Ländern eindeutig in Richtung Liberalisierung zeigt.


Was soll, was kann die Theologie?

Wieso die Theologie keine Antworten auf die heute wesentlichen Fragen bietet. Neue Luzerner Zeitung
Zu den Leserbriefen «Unsere Gesellschaft braucht das Fach Theologie», Ausgabe vom 4. August.
Theologie beschäftigt sich mit den so genannten «letzten» Fragen. Woher, wohin, warum? Schon Ludwig Wittgenstein mahnte: «Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen.» Gott, alles [...]

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Konfessionslose Kinder sollen “Soli” bezahlen

Leserbrief in der Neuen Zuger Zeitung zum Beschluss, konfessionslose Kinder künftig für den Besuch des reformierten Religionsunterrichts bezahlen zu lassen.
Die Landeskirchen streichen gerne ihre Gemeinnützigkeit hervor, wenn es um die Verteidigung ihrer angestammten Privilegien geht. Es mag erstaunen, dass konfessionslose Eltern ihre Kinder in derart grosser Zahl in den reformierten Religionsunterricht schicken, [...]

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Religionsfreiheit - das höchste Gut?

Zu den Vorstössen für ein Burka-Verbot

Zwar besteht in einer offenen Gesellschaft ein allgemeines Interesse an der Identifizierbarkeit des Gegenübers. Aber es ist höchst fraglich, ob die wenigen verhüllten Musliminnen hierzulande ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen. Es befremdet indessen sehr, dass in der momentanen Debatte die Religionsfreiheit zusehends zum höchsten Freiheitsrecht erhoben wird, und dies sogar seitens [...]

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Jesus hängt jetzt im Flur

Das Tessin im Glaubensstreit

Anfangs Februar beschloss der Gemeinderat von Cadro, einem beschaulichen Ort nahe Lugano, dass das Symbol der Christenheit in die Volksschule gehört. Nicht in die Klassenzimmer, aber zumindest in den Korridor. Diese Präzisierung ist deshalb von Bedeutung, weil damit der Bundesgerichtsentscheid vom 27.9.1990 (BGE 116 IA 252) umgangen, bzw. frei interpretiert wird. [...]

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Oriana now and then

During the last months I was often reminded of one of the icons of my youth: Oriana Fallaci. The first of her books I read was the bestselling “Lettera a un bambino mai nato”, an emotional and intimate conversation of a woman with her unborn child, facing a pregnancy she hasn’t sought.
After that, “Interview with [...]

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Bildersturm in Seldwyla

Gedankensplitter zum Plakat-Streit, der im gestrigen Club auf SF1 debattiert wurde. Als Ignostikerin habe ich ja absolut kein Problem mit einem persönlichen “Glauben”, denn dieser stimmt für den Einzelnen und wird der Allgemeinheit in der Regel kaum Zugeständnisse abverlangen. Anders ist es mit dem personifizierten Gott, der sich alle paar Aeonen “offenbart” und seinen Auserwählten [...]

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Wenn Emotionen regieren

Antwort im Namen der FVS-Zentralschweiz auf das Aushang-Verbot des Zuger Stadtrates
Das Recht der freien Rede ist ein Grundpfeiler der modernen Demokratie. Meinungen sind durch Argumente zu untermauern. Auch Gott ist letztlich nur eine Meinung, ein “unsterbliches Gerücht”. Wie wir periodisch unseren Kleiderschrank ausmisten, tut es Not, Überzeugungen von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen. Viele [...]

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Unselige Allianzen

Die Innerschweiz zelebriert die Oekumene, zeigt sich offen für die Anliegen andersgläubiger Mitmenschen. So soll der Islam in den Status einer Landeskirche erhoben werden, und schon heute schliessen hiesige Gelehrte  nicht aus, dass längerfristig die Sharia für private Kontroversen zur Anwendung kommen dürfte, so der Freiburger Sozialanthropologe Prof. Dr. Christian Giordano.
Christen und Moslems begehen dieses [...]

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Für’s Leben lernen

Nachdem wir unseren Sohn nun bereits mehrfach während seiner doch noch recht kurzen Schulkarriere von Religion & Co. dispensieren mussten, geht’s in der Oberstufe munter weiter. Schon dem Begrüssungsschreiben lag ein dichtbeschriebenes Infoblatt zum “ökumenischen Religionsunterricht” bei, das mit 2 Worten die Glaubensfreiheit erwähnt und auf 30 Zeilen davon abrät, dem Kind wichtige, gruppendynamische Begegnungen [...]

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